{"id":27155,"date":"2025-09-29T18:07:51","date_gmt":"2025-09-29T23:07:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.semiofest.com\/2020\/kollisionen-und-ihre-folgen-wie-crashino-die-sicherheit-im-schweizer-strassenverkehr-pruft\/"},"modified":"2025-09-29T18:07:51","modified_gmt":"2025-09-29T23:07:51","slug":"kollisionen-und-ihre-folgen-wie-crashino-die-sicherheit-im-schweizer-strassenverkehr-pruft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.semiofest.com\/2020\/kollisionen-und-ihre-folgen-wie-crashino-die-sicherheit-im-schweizer-strassenverkehr-pruft\/","title":{"rendered":"Kollisionen und ihre Folgen: Wie Crashino die Sicherheit im Schweizer Strassenverkehr pr\u00fcft"},"content":{"rendered":"<p>In der Schweiz sterben j\u00e4hrlich rund 300 Menschen an den Folgen von Verkehrsunf\u00e4llen. Die meisten dieser Trag\u00f6dien ereilen \u00e4ltere Autofahrer oder Fahrer unter Alkoholeinfluss, doch auch technisch veraltete Fahrzeuge oder mangelnde Infrastruktur spielen eine zentrale Rolle. Besonders kritisch ist die Situation auf den oft ungen\u00fcgend gewarteten Strassenabschnitten, wo die Unfallrate um bis zu 40 Prozent h\u00f6her liegt als im Durchschnitt. Hier setzt <a href=\"https:\/\/www.crashino.ch\/\">https:\/\/www.crashino.ch\/<\/a> an: Das unabh\u00e4ngige Institut analysiert seit 2015 systematisch Kollisionen und entwickelt pr\u00e4ventive Massnahmen, die Leben retten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Crashino entstand aus der Erkenntnis, dass die Schweizer Unfallstatistik trotz strenger Sicherheitsvorschriften nicht ausreichend auf die tats\u00e4chlichen Risiken zugeschnitten ist. W\u00e4hrend andere L\u00e4nder wie Deutschland oder die Niederlande bereits seit Jahrzehnten auf Datenbasierte Unfallanalysen setzen, blieb die Schweiz lange hinterher. Seit der Gr\u00fcndung hat das Institut \u00fcber 15.000 Unf\u00e4lle dokumentiert, darunter 2.300 schwere Kollisionen mit Personenschaden. Die Daten werden nicht nur f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit genutzt, sondern auch f\u00fcr die Weiterentwicklung von Strassensicherheitskonzepten.<\/p>\n<h2>Die Rolle von Daten und Forschung<\/h2>\n<p>Ein zentrales Werkzeug von Crashino ist die Kombination aus Unfallaufnahmen und k\u00fcnstlicher Intelligenz. Mit einer speziellen Kamera-Technologie werden Kollisionen in Echtzeit analysiert, um Muster zu erkennen \u2013 etwa wiederkehrende Fehler bei der Lenkbewegung oder Defekte an Bremsen oder Scheinwerfern. Die KI wird dabei von erfahrenen Unfallexperten trainiert, um falsche Interpretationen zu vermeiden. Besonders effektiv ist diese Methode bei Unf\u00e4llen auf Landstra\u00dfen, wo die Unfallrate besonders hoch ist. In einer Studie aus dem Jahr 2022 zeigte sich, dass die fr\u00fchzeitige Erkennung von Defekten in 68 Prozent der F\u00e4lle zu einer Vermeidung schwerer Verletzungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Neben der KI-Forschung setzt Crashino auch auf die Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei und den Kantonen. Die Ergebnisse der Analysen flie\u00dfen direkt in die Planung von Sicherheitsmassnahmen ein, etwa der Ausweitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen in Gefahrenzonen oder der Verbesserung der Beleuchtung an Kreuzungen. Ein besonders erfolgreiches Projekt war die Einf\u00fchrung von &#8220;Sicherheitschecks&#8221; f\u00fcr \u00e4ltere Autofahrer, bei denen Crashino gemeinsam mit der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) spezielle Fahrtests durchf\u00fchrte. Seit der Einf\u00fchrung im Jahr 2019 wurden \u00fcber 50.000 Fahrpr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt, wobei 12 Prozent der Teilnehmer aufgrund von Defekten gezwungen waren, ihr Fahrzeug abzuschaffen.<\/p>\n<h2>Praktische Beispiele: Wie Crashino Leben rettet<\/h2>\n<ul>\n<li>Im Jahr 2021 identifizierte Crashino auf der A1 bei Winterthur ein wiederkehrendes Muster: Unf\u00e4lle mit schweren Verletzungen ereigneten sich immer an denselben Kurven. Durch die Installation von Tempolimits und zus\u00e4tzlichen Warnschildern sank die Unfallrate um 25 Prozent in der Folge.<\/li>\n<li>Bei einem Projekt auf der B 17 bei Luzern zeigte sich, dass die meisten Unf\u00e4lle durch mangelnde Sichtverh\u00e4ltnisse verursacht wurden. Mit der Einf\u00fchrung von Nachtfahrverboten f\u00fcr Motorr\u00e4der und der Verbesserung der Beleuchtung sank die Unfallzahl um 30 Prozent.<\/li>\n<li>In einem Pilotprogramm auf der Strasse zwischen Bern und Thun wurden alle 500 Meter Sicherheitsabst\u00e4nde zwischen Autos erh\u00f6ht. Die Kollisionen mit Objekten wie B\u00e4umen oder Fahrradfahrern reduzierten sich um 42 Prozent.<\/li>\n<li>Crashino analysierte zudem die Auswirkungen von Alkohol im Verkehr und zeigte, dass 40 Prozent der t\u00f6dlichen Unf\u00e4lle mit betrunkenen Fahrern zusammenh\u00e4ngen. Durch gezielte Kampagnen und strengere Kontrollen konnte die Zahl der Alkoholunf\u00e4lle in den letzten f\u00fcnf Jahren um 18 Prozent gesenkt werden.<\/li>\n<li>Ein weiteres Projekt betraf die Sicherheit von Lastwagen auf den Alpenstrassen. Durch die Einf\u00fchrung von Bremsen\u00fcberwachungssystemen und regelm\u00e4ssigen Wartungschecks sank die Unfallrate bei LKWs um 22 Prozent.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch trotz dieser Fortschritte bleibt die Unfallstatistik in der Schweiz ein Problem. Laut dem letzten Bericht des Bundesamts f\u00fcr Strassen (strassenverkehrsamt) gab es 2023 insgesamt 14.500 Unf\u00e4lle mit Personenschaden, bei denen 311 Menschen starben. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Unf\u00e4llen bei j\u00fcngeren Fahrern unter 25 Jahren, deren Unfallrate um 15 Prozent gestiegen ist. Crashino sieht hier die Notwendigkeit, gezielte Pr\u00e4ventionsprogramme zu entwickeln, die nicht nur die Technik, sondern auch die Fahrweise und die psychologischen Faktoren ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2>Die Zukunft der Strassensicherheit<\/h2>\n<p>Crashino arbeitet an der Entwicklung von Assistenzsystemen, die in Zukunft noch pr\u00e4ziser Unf\u00e4lle verhindern sollen. Ein Pilotprojekt mit einem selbstfahrenden Testfahrzeug zeigte bereits, dass eine Kombination aus KI-gest\u00fctzter Kameratechnik und Echtzeit-Datenanalyse die Unfallwahrscheinlichkeit um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Zudem setzt das Institut auf die Digitalisierung der Unfalldokumentation, um schneller auf neue Risiken reagieren zu k\u00f6nnen. Die Idee ist, dass die Daten nicht nur f\u00fcr die Forschung, sondern auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden \u2013 etwa durch interaktive Karten, die Unfallschwerpunkte aufzeigen.<\/p>\n<p>Trotz aller Fortschritte bleibt die Frage, wie man die Unfallzahlen langfristig senken kann. Crashino betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Strategie, die Technik, Infrastruktur und menschliches Verhalten verbindet. Ein wichtiger Schritt w\u00e4re die Einf\u00fchrung einer einheitlichen Unfalldatenbank, die von allen Kantonen genutzt werden k\u00f6nnte. Zudem sollte die Forschung st\u00e4rker in die Politik einbezogen werden, um Massnahmen schneller umsetzen zu k\u00f6nnen. Die Vision von Crashino ist klar: Eine Schweiz, in der keine Familie mehr wegen eines Unfalls trauert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz sterben j\u00e4hrlich rund 300 Menschen an den Folgen von Verkehrsunf\u00e4llen. 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