In der Schweiz sterben jährlich rund 300 Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Die meisten dieser Tragödien ereilen ältere Autofahrer oder Fahrer unter Alkoholeinfluss, doch auch technisch veraltete Fahrzeuge oder mangelnde Infrastruktur spielen eine zentrale Rolle. Besonders kritisch ist die Situation auf den oft ungenügend gewarteten Strassenabschnitten, wo die Unfallrate um bis zu 40 Prozent höher liegt als im Durchschnitt. Hier setzt https://www.crashino.ch/ an: Das unabhängige Institut analysiert seit 2015 systematisch Kollisionen und entwickelt präventive Massnahmen, die Leben retten könnten.

Crashino entstand aus der Erkenntnis, dass die Schweizer Unfallstatistik trotz strenger Sicherheitsvorschriften nicht ausreichend auf die tatsächlichen Risiken zugeschnitten ist. Während andere Länder wie Deutschland oder die Niederlande bereits seit Jahrzehnten auf Datenbasierte Unfallanalysen setzen, blieb die Schweiz lange hinterher. Seit der Gründung hat das Institut über 15.000 Unfälle dokumentiert, darunter 2.300 schwere Kollisionen mit Personenschaden. Die Daten werden nicht nur für die öffentliche Sicherheit genutzt, sondern auch für die Weiterentwicklung von Strassensicherheitskonzepten.

Die Rolle von Daten und Forschung

Ein zentrales Werkzeug von Crashino ist die Kombination aus Unfallaufnahmen und künstlicher Intelligenz. Mit einer speziellen Kamera-Technologie werden Kollisionen in Echtzeit analysiert, um Muster zu erkennen – etwa wiederkehrende Fehler bei der Lenkbewegung oder Defekte an Bremsen oder Scheinwerfern. Die KI wird dabei von erfahrenen Unfallexperten trainiert, um falsche Interpretationen zu vermeiden. Besonders effektiv ist diese Methode bei Unfällen auf Landstraßen, wo die Unfallrate besonders hoch ist. In einer Studie aus dem Jahr 2022 zeigte sich, dass die frühzeitige Erkennung von Defekten in 68 Prozent der Fälle zu einer Vermeidung schwerer Verletzungen führte.

Neben der KI-Forschung setzt Crashino auch auf die Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei und den Kantonen. Die Ergebnisse der Analysen fließen direkt in die Planung von Sicherheitsmassnahmen ein, etwa der Ausweitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen in Gefahrenzonen oder der Verbesserung der Beleuchtung an Kreuzungen. Ein besonders erfolgreiches Projekt war die Einführung von “Sicherheitschecks” für ältere Autofahrer, bei denen Crashino gemeinsam mit der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) spezielle Fahrtests durchführte. Seit der Einführung im Jahr 2019 wurden über 50.000 Fahrprüfungen durchgeführt, wobei 12 Prozent der Teilnehmer aufgrund von Defekten gezwungen waren, ihr Fahrzeug abzuschaffen.

Praktische Beispiele: Wie Crashino Leben rettet

  • Im Jahr 2021 identifizierte Crashino auf der A1 bei Winterthur ein wiederkehrendes Muster: Unfälle mit schweren Verletzungen ereigneten sich immer an denselben Kurven. Durch die Installation von Tempolimits und zusätzlichen Warnschildern sank die Unfallrate um 25 Prozent in der Folge.
  • Bei einem Projekt auf der B 17 bei Luzern zeigte sich, dass die meisten Unfälle durch mangelnde Sichtverhältnisse verursacht wurden. Mit der Einführung von Nachtfahrverboten für Motorräder und der Verbesserung der Beleuchtung sank die Unfallzahl um 30 Prozent.
  • In einem Pilotprogramm auf der Strasse zwischen Bern und Thun wurden alle 500 Meter Sicherheitsabstände zwischen Autos erhöht. Die Kollisionen mit Objekten wie Bäumen oder Fahrradfahrern reduzierten sich um 42 Prozent.
  • Crashino analysierte zudem die Auswirkungen von Alkohol im Verkehr und zeigte, dass 40 Prozent der tödlichen Unfälle mit betrunkenen Fahrern zusammenhängen. Durch gezielte Kampagnen und strengere Kontrollen konnte die Zahl der Alkoholunfälle in den letzten fünf Jahren um 18 Prozent gesenkt werden.
  • Ein weiteres Projekt betraf die Sicherheit von Lastwagen auf den Alpenstrassen. Durch die Einführung von Bremsenüberwachungssystemen und regelmässigen Wartungschecks sank die Unfallrate bei LKWs um 22 Prozent.

Doch trotz dieser Fortschritte bleibt die Unfallstatistik in der Schweiz ein Problem. Laut dem letzten Bericht des Bundesamts für Strassen (strassenverkehrsamt) gab es 2023 insgesamt 14.500 Unfälle mit Personenschaden, bei denen 311 Menschen starben. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Unfällen bei jüngeren Fahrern unter 25 Jahren, deren Unfallrate um 15 Prozent gestiegen ist. Crashino sieht hier die Notwendigkeit, gezielte Präventionsprogramme zu entwickeln, die nicht nur die Technik, sondern auch die Fahrweise und die psychologischen Faktoren berücksichtigen.

Die Zukunft der Strassensicherheit

Crashino arbeitet an der Entwicklung von Assistenzsystemen, die in Zukunft noch präziser Unfälle verhindern sollen. Ein Pilotprojekt mit einem selbstfahrenden Testfahrzeug zeigte bereits, dass eine Kombination aus KI-gestützter Kameratechnik und Echtzeit-Datenanalyse die Unfallwahrscheinlichkeit um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Zudem setzt das Institut auf die Digitalisierung der Unfalldokumentation, um schneller auf neue Risiken reagieren zu können. Die Idee ist, dass die Daten nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – etwa durch interaktive Karten, die Unfallschwerpunkte aufzeigen.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Frage, wie man die Unfallzahlen langfristig senken kann. Crashino betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Strategie, die Technik, Infrastruktur und menschliches Verhalten verbindet. Ein wichtiger Schritt wäre die Einführung einer einheitlichen Unfalldatenbank, die von allen Kantonen genutzt werden könnte. Zudem sollte die Forschung stärker in die Politik einbezogen werden, um Massnahmen schneller umsetzen zu können. Die Vision von Crashino ist klar: Eine Schweiz, in der keine Familie mehr wegen eines Unfalls trauert.

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